SP Schön, romantisch, majestätisch

…die Staumauer des Möhnesees beeindruckt, bewegt und beflügelt die  Fantasie! Schon von weit her sichtbar, erhebt sich das schwerste Baudenkmal Westfalens über die Wasseroberfläche des  Ausgleichsweihers. Vor über 100 Jahren begann ihre ebenso  bedeutende wie bewegte Geschichte.

Steigender Wasserbedarf zur Jahrhundertwende
Der rasante Bevölkerungsanstieg im Ruhrgebiet, der Aufschwung der Industrie und der damit einhergehende Wasserbedarf ließen den Ruf nach weiteren und größeren Wasserreservoires immer lauter werden. In trockenen Sommern musste so mancher Metall verarbeitende Betrieb seine Produktion stark zurückfahren. Und so begann der Ruhrtalsperrenverein mit den Planungen der damals größten Talsperre im Sauerland.
Rund zwölf Quadratkilometer Grund musste er zu diesem Zweck erwerben, Menschen dazu bewegen, ihre Häuser zu verlassen.
700 Bewohner der Dörfer Kettlersteich, Delecke, Drüggelte, Stockum und Wamel mussten eine neue Heimat finden. Als 1908
die Arbeiten an der 650 Meter langen und in der Sohle 34 Meter breiten Staumauer begannen, war der Zeitplan eng gesteckt. Vier Jahre dauerte es, bis der riesige Bruchsteindamm im Oktober 1912 zu seiner Höhe von 40 Meter empor gewachsen war – ein Jahr vor der geplanten Fertigstellung! Heve und Möhne speisten die neue Talsperre, bis die Verantwortlichen sie ein Jahr später bei einer feierlichen Eröffnung ihrer Bestimmung übergeben konnten. Hunderte geladene Gäste bekamen ein exquisites sechsgängiges Festmenü unter anderem aus Möhnesee-Forellen, Dicken Bohnen, Westfälischem Schinken und Arnsberger Wildschnitte kredenzt. Industrie an ihrer empfindlichsten Stelle getroffen Der Möhnesee war während des Zweiten Weltkriegs für die Rüstungsindustrie im Ruhrgebiet von entscheidender Bedeutung.

Das erkannten auch die alliierten Streitkräfte. So war die Staumauer in der Nacht zum 17. Mai 1943 Ziel von Luftangriffen. Mit einer eigens zu diesem Zweck entwickelten „Rollbombe“ gelang es den englischen Angreifern, ein 70 Meter breites und 20 Meter hohes Loch in die Mauer zu reißen. Mehr als 1500 Menschen fanden in den Fluten den Tod. Bis weit ins Ruhrgebiet hinein richtete die riesige Flutwelle Zerstörung an. Doch aufgrund der enormen Bedeutung des Möhnesees wurde der Wiederaufbau mit aller Kraft vorangetrieben, bis nach nur fünf Monaten die Staumauer wieder in ihrer vollen Größe stand.

Sport, Entspannung und Naturgenuss
Die Bedeutung des Möhnesees für die Wasserversorgung des Ruhrgebiets ist ungebrochen.
Doch eine weitere Funktion entwickelte sich rasch. Schon vor hundert Jahren erkannten die Bauherren,
welch „lieblichen Waldsee“ sie geschaffen hatten. Das erkannten auch die Menschen im Ruhrgebiet, die den Möhnesee bald schon als Naherholungsziel nutzten. Anfangs war es die Bahn, die immer mehr Gäste herbei brachte. Erste Herbergen und Gaststätten entstanden. So nahm die touristische Bedeutung des Möhnesees über die Jahre hinweg immer weiter zu.
Heute ist die Staumauer ein geschütztes Kulturdenkmal und die Hauptsehenswürdigkeit der Region.

Vor dem Hintergrund von Umwelt- und Klimaschutz rücken weitere Aufgaben des Möhnesees immer mehr in den Fokus. Die zwei Kraftwerke, die von Anfang an in die Staumauer integriert waren, liefern auch heute umweltfreundlich erzeugten, klimaneutralen Strom. Und die Naturschutzgebiete Hevearm und Hevesee sind Westfalens größtes Rastgebiet und Winterquartier für Wasservögel. Wissenschaftler sammeln dort umfangreiches Datenmaterial als Grundlage für wichtige Studien.

 

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